"Ich werde bald anfangen, gesünder zu leben…"

"Wenn ich Zeit habe, dann werde ich endlich X, Y und Z tun…"

"Irgendwann werde ich reisen…"

Wir sind schon auf der Reise. Wir sind Reisende im Zug der Zeit, der durch die Unendlichkeit fährt. Niemand weiß, wo die Reise begann, niemand kennt ihr Ziel. Das Leben steigt ein, das Leben steigt aus. Doch der Zug hält niemals an, steht niemals still.

Der Schaffner im schwarzen Gewand tritt an einen Reisenden heran: "Werter Gast, sie müssen nun aussteigen. Vielen Dank, dass sie mit der Zeit gereist sind."

Wir alle sitzen in diesem Zug. Während die einen die Fahrt genießen und entspannt die Landschaft beobachten, sitzen andere am Laptop - arbeiten, eine Mutter sammelt ihr Kind ein, das im Gang herum tobt - jeder lebt sein Leben in der Situation, in der er gerade ist. Und niemand weiß, wann der Schaffner kommt…

Jeder möchte die Kontrolle über seine Zeit haben. Leider kommt das Leben oft dazwischen. Auf der Arbeit gibt es gerade einen Haufen zu tun, der Haushalt will geschmissen werden und eigentlich wollten wir doch einfach mal entspannt einen Film schauen oder ein Buch lesen.

Warum warten wir die ganze Zeit darauf, endlich Zeit zu haben?

Keine Sorge. Du musst nicht:

  • früher aufstehen oder weniger schlafen

  • besseres Zeitmanagement betreiben

  • perfekte Routinen und Selbstdisziplin entwickeln

um mehr Zeit zu haben…

Das Zeit-Problem.

"Wenn ich Zeit habe, dann werde ich endlich X, Y und Z tun…"

"Wenn ich erst einmal meine Ziele erreichet habe, dann werde ich zufrieden und glücklich sein."

"Bald werde ich Zeit haben."

Diese Dinge erzählen wir uns nicht nur selbst. Auch Unternehmen, Politik und Gesellschaft betonen immer wieder, dass es sich lohnt, jetzt zu verzichten, lieber zu schuften und zu warten – weil es später besser wird.

Das Ergebnis der Gleichung ist immer "Später", denn mit "Jetzt" geht die Rechnung nicht auf. Dabei ist "Später" genau der Wert, den keiner kennt. Und während die Menschen auf Lösungen warten, passiert wenig – weil „später“ immer bequemer ist als „jetzt“. Das Prinzip „später kümmern wir uns darum“ bedeutet doch meist nur: Irgendwann ist es zu spät.

Dadurch passiert es, dass wir warten. Auf den richtigen Moment, den richtigen Menschen, die richtigen Umstände... Das Leben hingegen wartet nicht. Es schreitet voran, wir verschieben lediglich unsere Chancen. Je länger wir warten, desto mehr Kontrolle geben wir an die äußeren Umstände ab.

Wir warten daher, weil wir Angst haben: vor Veränderung. Angst, den erforderlichen Schritt zu tun. Alles so beizubehalten, wie es schon immer war, gibt uns Sicherheit. Wir wissen, woran wir sind.

Veränderung ist ein Sprung ins kalte Meer der Ungewissheit. Erst unangenehm. Mit der Zeit gewöhnen wir uns an die Wassertemperatur. Dann genießen wir das Schwimmen. Und im Nachhinein fragen wir uns, was eigentlich das Problem war.

Mehr.

Wir streben nach MEHR.

  • mehr Sicherheit

  • mehr Zufriedenheit

  • mehr Geld

  • mehr Zeit, …

Natürlich ist es gut, Ziele zu haben. Aber problematisch wird es, wenn wir verleugnen, was gerade ist. Wenn die Sicherheit, die Zufriedenheit, das Geld und auch die Zeit - all das was wir wollen - in der Zukunft liegt… Dann sind diese Dinge unerreichbar.

Etwas erreichen… Was bedeutet das eigentlich?

Es bedeutet, dass es gerade JETZT eben noch nicht reicht. Dass wir noch etwas tun müssen, um reich zu werden. Momentan sind wir also arm.

Wir sind so sehr auf das Ziel fokussiert, dass wir unseren Weg verpassen. Wir eifern dem "später" hinterher und denken lieber an die Zukunft, wie unser Leben dann aussehen wird. Nicht wie es gerade ist.

Wir sagen uns gern: "Irgendwann… werden ich zufrieden sein…" Und das stimmt auch.

Wir werden zufrieden sein, wenn wir aufhören, darauf zu warten. Den perfekten Moment gibt es nicht, es gibt nur Jetzt. Das ist alles, was wir haben.

Dass wir keine Zeit haben bedeutet nur, dass wir uns der Zeit, die wir gerade haben, nicht bewusst sind.

Die Veränderung zu mehr Zeit beginnt in unserer Wahrnehmung. Zeit muss nicht unser Feind sein, gegen den wir ankämpfen. Sie darf unser Freund sein, mit dem wir gern beisammen sind.

Die Kunst des Zeit habens.

Ich selbst bin nicht der große Künstler im Zeit-haben. Ich schreibe das hier für dich, genauso wie für mich. Dass wir uns so oft wie möglich an wichtige Grundsätze erinnern.

Ich habe es schon angedeutet:

Das Geheimnis ist, nicht mehr Zeit zu haben, sondern in der Zeit zu sein, die gerade da ist.

Das klingt so einfach, dass es schon überflüssig scheint, es aufzuschreiben. Aber wir vergessen es trotzdem!

Unser Tun.

Zeit vergeht schneller, wenn wir Dinge tun, die uns Freude bereiten. Nur tut uns wirklich alles gut, was uns Freude bereitet? Es liegt auf der Hand: Nein.

Wir wollten "nur mal kurz" aufs Handy schauen… TEMPUS EXCITIUM! - eine halbe Stunde hat sich aufgelöst.

Keine Zeit zu haben ist eigentlich der Ärger darüber, gerade Zeit zu verschwenden.

Wenn wir unsere Zeit mit Bedeutung füllen, dann sind wir auch im Nachhinein zufrieden. No Regrets. Wir dankbar, dass wir diese Zeit hatten.

Aber: Nicht immer können wir uns das Schönste im Leben aussuchen. Es gibt eben auch Dinge, die einfach erledigt werden müssen.

Wie können wir damit umgehen?

Wir können unseren Aufgaben eine Bedeutung geben.

Frage dich:

  • WARUM tue ich das gerade?

  • Inwiefern bringt es mich weiter?

  • Wofür tue ich diese Sache?

Sich bewusst zu sein, wofür wir unangenehme Aufgaben erledigen, kann diese mit Bedeutung füllen.

Du kennst sicher dieses Gefühl der Befreiung, wenn man Scheiß geregelt hat. Wir freuen uns einfach, dass es vorbei ist. Hier ein paar Denkanstöße, dass du erst gar nicht darunter leiden musst:

Menschen arbeiten besser und effizienter, wenn sie Freude an ihrer Arbeit haben. Immer hört man: "Du brauchst nur die nötige Disziplin!" Disziplin kann allerdings dazu führen, dass wir uns zu etwas zwingen. Und das ist anstrengend. Die nachhaltige Alternative: Reduziere Widerstand und höre auf, mit dir selbst zu kämpfen.

Prinzip 1) Start small

Die größte Hürde ist es, erst einmal anzufangen. Beginne mit Mini-Schritten, um die Hürde zu senken:

Ein Beispiel aus meinem Alltag:

Ich möchte jeden Tag 10.000 Schritte gehen.

"Uff! So viel… heute habe ich keine ausreichende Motivation und außerdem zu wenig Zeit für so eine große Aufgabe…"

Was kann ich in dieser Situation tun?

1) Ich ziehe meine Schuhe an und gehe aus dem Haus.

2) Ich nehme mir erstmal wenig vor: ich laufe einfach los, eine kleine Runde, und schau wie ich mich fühle. Ich kann jederzeit umkehren.

Meistens kickt die Motivation regelrecht rein, sobald ich einfach angefangen habe.

Und wenn ich es zeitlich nicht einrichten konnte: "Hey! 5000 Schritte sind am Ende des Tages besser als 1000. Ein Gewinn!"

Vielleicht laufe ich an anderen Tagen 15.000 oder 20.000 Schritte… Scheiß auf die Anzahl der Schritte! Ich gehe einfach spazieren und genieße es!

Die 10.000 Schritte dienen für mich als Orientierung und Ziel, mich jeden Tag ausreichend zu bewegen.

Prinzip 2) Make it fun

Bringe Leichtigkeit in deinen Alltag.

Das Problem: Nicht jede Aufgabe macht Spaß…

Frage dich: Wie würde diese Aufgabe aussehen, wenn sie Spaß machen würde?

Wenn es nervt, gerade den Haushalt zu schmeißen, höre Musik, die dir Kraft gibt, oder den Podcast, der dich interessiert… Tanze beim Staubsaugen zu deinem Lieblingsalbum durch die Wohnung oder stelle dir vor, du bist ein Ghostbuster. Egal was es ist… Werde kreativ.

Kinder sind Künstler in diesem Gebiet. Ihnen fehlt zwar noch der nötige Fokus, um eine zweckdienliche Aufgabe effektiv zu bearbeiten, aber sie sind unheimlich spielerisch. Denn: Spielen macht Spaß!

Was Kinder außerdem auszeichnet ist: endlose Neugier. Sie haben ein unglaubliches Talent, sich für Dinge zu begeistern, die Erwachsene als total belanglos oder sinnlos empfinden würden.

Der Punkt: Viele Wege führen nach Rom. Wir können unsere Aufgaben nach unseren eigenen Vorstellungen gestalten. Hauptsache, das erwünschte Ergebnis kommt dabei raus. “Was muss ich gerade tun” wird zu “Wie kann ich es tun?”

Wenn ich den Geschirrspüler ausräume, mache ich gern Musik: "Hm, welchen Klang macht dieses Glas? Welche unterschiedlichen Klänge kann ich damit erzeugen?" usw… Das bringt mich nicht unbedingt dem Ziel näher, fertig zu werden, aber dem Ziel, Spaß zu haben.

Hier die Challenge: Expandiere den Rahmen deiner Aufgabe, sodass sie interessant wird und Spaß macht.

Prinzip 3) Mindset Transformation

"Ich mag meine Kleidungsstücke. Ich wasche sie gerne, um sie wieder tragen zu können." Und wenn sie dir nicht gefallen - werde sie los und schau, was du stattdessen ausprobieren möchtest.

"Ich liebe mein Wohnung, wenn sie aufgeräumt und sauber ist. Dann fühle ich mich wohl." Unsere Wohnung sauber zu halten und Ordnung zu schaffen bedeutet gleichzeitig, dass wir für unser Wohlbefinden sorgen. Wir tuen es für uns.

Es ist die Beziehung, die wir zu der Aufgabe haben, die entscheidend ist.

Als ich bei meinen Eltern auszog, sah es in meiner Wohnung meist nicht so pralle aus. Sauber gemacht habe ich in erster Linie für andere, eben wenn man Besuch erwartete. Sonst wurde es peinlich. Mittlerweile tue ich es für mich. Und es fühlt sich einfach großartig an!

Beobachte, wie deine Beziehungen zu deinen alltäglichen Aufgaben sind.

  • Wo spürst du eventuell Widerstand?

  • Wo spürst du Zeitdruck?

  • Wo verspürst du Ernst, satt Leichtigkeit?

Der erste Schritt ist immer, sich dessen, was gerade ist, bewusst zu werden. So kannst du Glaubenssätze identifizieren, die dich daran hindern, die Aufgabe zu genießen.

Schau, WARUM diese Aufgabe ein Teil deines gewählten Ziels ist und wie sie dich weiter bringt.

Prinzip 4) Single Tasking

Dass wir keine Zeit haben, kommt besonders daher, dass wir zu viele Dinge gleichzeitig wollen. Andauernd zwischen Aufgaben oder Ideen hin und her zu springen raubt uns eine Menge Energie.

Multitasking gibt es nicht. Neurowissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass Multitasking eigentlich ein sehr schneller Wechsel zwischen einzelnen Aufgaben ist, nicht das gleichzeitige Bearbeiten mehrerer Aufgaben.

Jedes Mal, wenn wir zwischen Aufgaben wechseln, erfordert dies Energie. Das Gehirn braucht Zeit um

  • Die vorherige Aufgabe mental loszulassen

  • Die neue Aufgabe kognitiv zu erfassen

  • Den relevanten Kontext und die Regeln der neuen Aufgabe zu aktivieren

Dieser Prozess nennt sich "Task Set Reconfiguration". Wechseln wir in kurzer Zeit häufig zwischen Aufgaben, ist dies also sehr ineffizient.

Was können wir stattdessen tun? Single Tasking.

Besonders schwer ist es am Handy. Du kennst es sicherlich:

Man wollte "nur mal kurz" die Nachrichten checken… Nach 30 Minuten ist man ein Teil in der Debatte, warum Tauben keinen Respekt vor Menschen haben.

Oft fragt man sich: Wie bin ich nur hier gelandet?

  • Für alles, was wir tun, sollten wir eine klare Intention setzen und diese bewusst halten.

  • Außerdem sollten wir Ablenkungen eliminieren und

  • klare Grenzen setzen.

Intention: Ich möchte meine Nachrichten auf dem Handy checken.

Klare Grenzen: Dafür nehme ich mir bewusst Zeit, in der ich genau das tue. Wenn ich fertig bin, lege ich das Handy wieder weg.

Ablenkungen eliminieren: Ich deaktiviere Benachrichtigungen meiner Apps, um nicht von meiner Intention abgelenkt zu werden. Wenn ich zu gegebener Zeit andere Dinge checken möchte, werde ich die nötigen Informationen erhalten.

Nichts Tun.

Nichts zu tun lässt schnell Langeweile aufkommen. Und Langeweile ist eine wertvolle Übung. Warum?

Langeweile ist gold. Sie zeigt uns, wie viel Zeit tatsächlich da ist.

  • Nimm dir 10 Minuten. Das tut nicht weh.

  • Setze dich hin und… tue Nichts.

Diese Übung ist nicht nur wertvoll, sie ist schwer. Denn sie kann unangenehm werden. Schnell kommen viele Gedanken auf, die dir erzählen:

"Was für eine Zeitverschwendung. Ich habe keine Zeit für so einen Mist. Eigentlich wollte ich doch Dies und Das tun…"

Oder du denkst über Dinge nach, die schon passiert sind... Wir flüchten gern in die Vergangenheit oder Zukunft. Das ist, was uns die meiste Zeit raubt. Ich sage nicht, höre auf zu träumen oder zu reflektieren. Ich sage nur, höre auf, unnötigen Gedanken zu folgen.

  • Du sitzt also einfach da.

  • Achte darauf, was "Nichts tun" ist.

Prinzip 5) Wahrnehmung im Innen

In Stille passiert eine Menge. Wir atmen. Unser Herz schlägt, wir leben. Tausende Prozesse passieren in unserem Körper, ohne dass wir etwas dafür tun müssen oder großartig etwas davon mitbekommen.

  • Was davon können wir wahrnehmen?

  • Was genau passiert in unserem Inneren?

  • Worauf können wir in unserem Inneren achten?

Es gibt verschiedene Wahrnehmungsebenen:

  • Inneres Hören = Unsere Gedanken, vielleicht auch Musik. Klänge, die wir uns vorstellen.

  • Inneres Sehen = Träumen. Innere Bilder, die wir uns vorstellen.

  • Inneres Fühlen = Unsere Gefühle und Empfindungen.

Achtsamkeit bedeutet: Aufmerksam achten. Bringe also deine ganze Aufmerksamkeit in deinen Körper und achte darauf, was, wie und wo passiert. Beobachte, was gerade präsent ist. Lasse es genau so, wie es ist. Nichts muss weg gehen, nichts dazu kommen.

Nur wahrnehmen. Nur Beobachten.

Prinzip 6) Wahrnehmung im Außen

Was passiert im Außen? Was können wir im Äußeren sehen, hören, fühlen?

Um es greifbarer zu machen, hier ein kleines Beispiel für das Hören:

  • Welche Geräusche kannst du wahrnehmen?

  • Wie viele Geräuschquellen kannst du ausmachen? (Zähle mit den Fingern mit)

  • Was ist das leiseste, was das lauteste?

  • Welches ist am nächsten, welches am entferntesten?

  • Ist die Lautstärke statisch oder dynamisch?

  • Welche Geräusche bewegen sich im Raum und wie?

Frage dich: Welche Fragen kann ich an das Leben stellen? Es gibt so viel zu entdecken!

In der Natur geht diese Übung am besten.

Das intensive Wahrnehmen im Außen kannst du mit allen Sinneswahrnehmungen ausprobieren. Auch hier heißt es: werde kreativ.

  • Was kannst du im Außen wahrnehmen?

  • Worauf kannst du im Außen achten?

Spüre hinein.

Der Boomerang

Unsere Gedanken entstehen im Geist, unsere Gefühle im Körper. Beide sind unmittelbar miteinander verbunden.

Ein Gedanke kann ein Gefühl auslösen:

Ich habe zu wenig Zeit, einen wichtigen Vortrag ausreichend vorzubereiten. "Das wird eine Katastrophe." Ich fühle mich gestresst.

Ein Gefühl hingegen kann tausende Gedanken auslösen:

Ich arbeite fokussiert an meiner Vorbereitung und vergesse dabei die Zeit. Ein prüfender Blick auf die Uhr verrät: “Fuck! Schon 1:00.” Plötzlich fühle ich mich extrem gestresst.

"Ich hätte früher anfangen sollen! Ich bin so schlecht vorbereitet. Ich werde mich blamieren.“ usw.

Schon allein der Inhalt des Vortrages bietet Stoff für 1000 Zweifel, wenn man der Ansicht ist, unvorbereitet zu sein.

"Denke nicht an einen weißen Elefanten."

Woran denkst du?

Der Versuch, etwas nicht zu denken, bewirkt oft genau das Gegenteil – wir denken erst recht daran. Versucht man, eine bestimmte Vorstellung aktiv zu unterdrücken, drängt sie sich umso stärker ins Bewusstsein. Und mit unseren Gefühlen ist das genau so.

Störende Gedanken können wir nicht mit schönen Gedanken bekämpfen. Genau so wenig können wir unsere Gefühle bekämpfen. Wenn wir etwas verdrängen, wird es wie ein Boomerang zurückkommen und uns doppelt und dreifach um die Ohren fliegen. Denn es gehört zu uns.

Was können wir stattdessen tun?

Wir können Abstand nehmen. Kommt ein unangenehmes, störendes Gefühl auf, nimm es wahr. Beobachte, welche Gedanken es in dir auslöst. Sei Beobachter. Bewerte die Erfahrung nicht, nehme sie wahr.

Die Lösung unserer Probleme ist nicht, nichts zu denken und nichts zu fühlen. Der Schlüssel ist die Nicht-Identifikation. Dass wir nicht an dem anhaften, was wir nicht sind.

Der Player

Körper und Geist sind wie Hardware und Software, die uns ermöglichen, das Computerspiel namens "Leben" zu spielen.

Doch wer sind wir?

Das Spiel saugt uns so sehr ein, dass wir uns vergessen. Wir denken, wir sind unser Charakter - der Spieler. Doch wer hat den Charakter erstellt? Wer steuert ihn?

Der Spielende.

Der größte Schritt zu mehr Macht über uns selbst ist, die Identifikation mit Körper und Geist loszulassen.

Wir haben einen Körper. Wir haben einen Geist. Aber wir sind sie nicht. Wir sind der, der sie wahrnimmt. Der, der sie erfährt. Wir sind Bewusstsein.

Wir können uns von Gedanken und Gefühlen distanzieren, indem wir sie beobachten und wahrnehmen. Diese Distanz schafft uns Freiraum, Gedanken und Gefühle nicht bewerten oder interpretieren zu müssen.

Nicht unsere Gedanken und Gefühle sind gut oder schlecht – es ist unsere Bewertung, die ihnen diese Bedeutung gibt.

Prinzip 7) Wer ich nicht bin

Die letzte Übung hilft, die nötige Distanz zwischen Wahrnehmung und Bewertung zu schaffen:

  • Du atmest bewusst, ganz natürlich und entspannt.

  • Beim Einatmen sagst du dir: "Ich bin nicht mein Geist."

  • Beim Ausatmen sagst du dir: "Ich bin nicht mein Körper."

  • Wenn du in Gedanken abschweifst, bringe deine Aufmerksamkeit zurück auf dieses Mantra.

  • Schau, wie lange du die Konzentration darauf halten kannst.

Diese Übung lässt sich hervorragend zum Einschlafen praktizieren. Probier es aus und schau, was passiert.

Am besten heute Abend. Nicht "später" :)

Nicht wollen - Sein

Wir haben zu viel zu tun und wollen mehr Zeit für uns. Oder uns ist langweilig und wir wollen uns ablenken.

Was uns von dem jetzigen Moment trennt, ist, dass wir etwas wollen. Wir wollen das, was noch nicht da ist. Oder wir wollen, dass etwas zurück kommt, was nicht mehr da ist.

Das kann uns zurückhalten. Wir müssen nicht auf die Zukunft warten - wir leben schon in der Zukunft unserer Vergangenheit. Jeder Moment, den wir erleben, war einmal das „Später“, auf das wir gewartet haben. Das bedeutet: Wir sind bereits dort angekommen, wo wir früher hinwollten.

Unbedingt ankommen zu wollen ist aussichtslos, da jedes erreichte Ziel zu neuen Zielen führt. So drehen wir nur weitere Runden im Hamsterrad. In Wirklichkeit sitzen wir im Zug der Zeit, der sich immer vorwärts bewegt.

Also verschiebe nicht deine Chancen.

  • Je weniger etwas verfügbar ist, desto wertvoller erscheint es.

  • Etwas wird wertvoll, wenn wir ihm eine persönliche Bedeutung geben. Es ist unser Blick auf die Dinge, der ihnen Wert gibt.

  • Dinge, in die wir Zeit, Mühe und Leidenschaft investieren, sind für uns wertvoller.

  • Jeder Momente ist wertvoll, weil er nicht wiederholbar ist.

Wir müssen Gedanken und Gefühle nicht bewerten oder gegen sie ankämpfen (denke nicht an den weißen Elefanten). Wir sind nicht unsere Gedanken und Gefühle, sondern der Beobachter unserer inneren Welt.

Indem wir Distanz schaffen, reduzieren wir Druck und erleben Zeit bewusster.

Zeit „mehr zu haben“ bedeutet nicht, schneller oder produktiver zu sein – sondern bewusster mit ihr umzugehen. Zeit ist kein Feind, sondern ein Begleiter. Und wer sie nicht gegen sich arbeiten lässt, kann sie genießen – jetzt.

Du bist der Gestalter deiner Zeit.

Zusammenfassung: Die 7 Prinzipien

1) Start small - Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Wir müssen ihn nur tun.

2) Make it fun - Gestalte deine Aufgaben so, dass sie Freude bringen und Neugier wecken.

3) Mindset Transformation - Es ist die Beziehung, die wir zu der Aufgabe haben, die entscheidend ist.

4) Single Tasking - Eine Aufgabe zu einer Zeit. Klare Intention, Ablenkungen eliminieren und klare Grenzen setzen

5) Wahrnehmung im Innen - Was bedeutet Nichts tun? Was können wir bewusst in unserem Inneren wahrnehmen? (Gedanken, Gefühle, Empfindungen)

6) Wahrnehmung im Außen - Welche Impulse der Außenwelt können wir bewusst wahrnehmen.

7) Wer ich nicht bin - "Ich bin nicht mein Körper." "Ich bin nicht mein Geist." Ich bin Bewusstsein.

Im Sommer ist es zu warm. Im Winter zu kalt. Morgens sind wir zu müde. Abends zu wach. Das Wochenende ist zu kurz. Die Woche zu lang.

Gedanken und Gefühle sind wie das Wetter. Mal ist es warm, mal kalt. Mal hell, mal düster. Mal ruhig, mal stürmig. Und der blaue Himmel ist immer da.

Sehen wir den blauen Himmel nicht, sehnen wir uns gern nach dem, was gerade nicht da ist.

Schau hin, was gerade ist. Nehme es dankend an. Und sei dir bewusst, dass sich darüber der blaue Himmel erstreckt.

Das war's erstmal. Ich hoffe, du nimmst etwas mit auf deine Reise.

Danke für deine Zeit!

Alfred

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